Ein bewegter Tag

Letzte Woche Mittwoch war es dann endlich so weit! Um 17:30 Uhr hieß es, ab zur Schule und die Ergebnisse in Empfang nehmen.

Ich gebe zu, am Dienstag hatte ich zwischenzeitlich den Gedanken, was machst du nur, wenn du in eine Abweichungsprüfung musst oder Biologie doch verhauen hast?

Als ich zur Schule fuhr, wurde in der whats app Gruppe schon geschrieben, wer schon da sei, sich verspätet oder kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht. Ich parkte das Auto wie gewohnt und musste etwas schmunzeln, als ich ausstieg. Pünktlich, ohne Stress und dann zu wissen, es ist vielleicht das letzte Mal, dass ich dort parke – ließ mich fast erleichtert zur Schule gehen.

Eine Klassenkameradin wartete schon draußen vor dem Eingang auf mich und sah so aus, als stünde sie kurz vor einem Kreislaufkollaps. Als wir rein gingen, kam uns unser Deutschlehrer entgegen und hatte erkannt, dass es meiner Klassenkameradin nicht so gut geht. Er meinte: „Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen!“ Für mich war klar, wir sind durch.

Als wir uns in einem Klassenraum versammelten, wurde kurz erklärt, was wir jetzt ausgehändigt bekommen und wie der weitere Ablauf ist. Mein Sitznachbar bekam seine Noten, lachte, schüttelte den Kopf und sagte zu mir:“Habe ich es dir nicht gesagt!? Wegen 0,5 Punkten muss ich nun in die Abweichungsprüfung!“ Ich entgegnete ihm, dass es sehr ärgerlich sei, aber immerhin bestanden hätte er schon mal. Schwacher Trost…

Als ich meinen Zettel bekam und kein Vermerk drauf war, dass ich in eine Abweichungsprüfung muss (wir hatten vorher schon gesagt bekommen, dass wir alle bestanden hätten), war ich erleichtert. Als ich dann realisierte, dass ich eine Note von 2,9 habe, konnte ich nicht anders als einmal kräftig auf die Tischplatte zu hauen und laut zu sagen:“Ha! Wie geil ist das denn!!?“ Mein Deutschlehrer meinte:“Na das ist mal eine Reaktion! Da freut sich wenigstens einer!“

Als meine Freundin ihren Zettel bekam und auch keinen Kommentar auf dem Zettel stehen hatte, fing sie auch an sich laut zu freuen 🙂

Nach dem man sich eine Weile noch mit dem ein oder anderen unterhalten hatte, meinte ich dann, dass ich meine Bücher noch abgeben würde, was zu einigen erstaunten Blicken führte. „Wie? Du hast deine Bücher mit?“ Klar! Ich will deswegen doch nicht nochmal extra kommen und hatte die Bücher schon mit genommen. Netterweise wartete die Sekretärin noch auf mich, denn eigentlich hatte sie schon Feierabend.

Nachdem ich die Bücher abgegeben hatte, fuhr ich zum Stall, um die neue Stute zu füttern, nach dem rechten zu schauen und von meiner Mutter die Glückwünsche noch einmal persönlich in Empfang zu nehmen.

Es ist schon interessant, wie Eltern sich für einen freuen, wenn man älter ist, bzw. nimmt man es wahrscheinlich bewusster war.

An dem Tag bekam ich viele Nachrichten per whats app und zu 90% stand drin, dass die Personen nicht damit gerechnet haben, dass ich es bis zum Abitur schaffe, durchhalte, die Prüfungen schaffe etc..

Dieser recht bewegte Tag (erst Pferd gekauft und nach Hause geholt, Abiturergebnisse) endete damit, dass ich mich mental auf den nächsten Tag einstellte. Früh morgens sollte es zum Jobcenter gehen – wie es so schön heißt, Arbeitslosengeld II beantragen.

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2 Gedanken zu “Ein bewegter Tag

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