Die Zeit rennt

Es ist Donnerstag und so langsam macht sich das Gefühl breit, die Zeit rennt!

Immer wieder denke ich die letzten Tage daran wie ich im August 2012 das erste Mal das Westfalen Kolleg betrat um meinen ersten Unterrichtstag an zu treten. Das Abitur schien damals für mich ein Witz zu sein, über den ich nicht wirklich lachen konnte. Für mich hatte es gerade das „Aus“ für meinen Beruf als Pferdewirt gegeben und jetzt stand ich da und wusste nicht, was ich nun machen sollte. Klar war, nicht einfach nur irgend eine Umschulung. Als innerhalb von zwei Stunden mit den Ämtern geklärt war, dass mir Schüler BAföG zu steht und der Schulbesuch dadurch finanzierbar wäre, trat ich einen Tag später die Schullaufbahn mit 30 Jahren an um bei der Vorstellungsrunde unter anderem zu sagen: „Mal gucken wie ich hier klar kommen und mein Ziel wäre das Fachabitur“.

Ich weiß heute noch, wie ich von einer damaligen Mitschülerin den Kommentar bekam: „Das ist der falsche Ansatz! Hier geht man nur hin, wenn man das Abitur machen will!“ Ich habe sie angeschaut und ihr gesagt: „Es ist besser, seine Ziele klein zu setzen um dann nicht enttäuscht zu werden.“ Sie hat es bis zum dritten Semester geschafft und ist unter dem Druck (Schule, Arbeit, Familie) zusammen gebrochen und musste aufgeben.

Nun sitze ich hier und bereite mich auf die Prüfung am kommenden Dienstag vor. Durch whats app steht man die ganze Zeit mit den Klassenkameraden in Kontakt und tauscht vielleicht noch das ein oder andere aus. Was zu beobachten ist, der Druck scheint nun selbst die gelassensten Leute zu erreichen. Einer nach dem anderen klagt über Kopfschmerzen, oder Magenprobleme. So manch einen hat leider der grippale Infekt erwischt, der nun die Leistung so stark einschränkt, dass teilweise nicht an lernen zu denken ist – Euch wünsche ich gute Besserung!

Heute wurde auch gefragt, um wie viel Uhr wir da sein müssen. Da die Parkplatzsituation um die Schule nicht ganz einfach ist, planen ein paar schon auf 7 Uhr hin zu fahren. Ich schwanke noch zwischen Straßenbahn, Fahrrad oder jemanden zu bitten, der mich fährt. Ich tendiere im Moment eher zur Straßenbahn, wobei die meist genau an solchen Tagen nicht zuverlässig ist. Fahrrad ist da schon dann eher eine Option, zu mal wir nicht wirklich etwas mit nehmen müssen.

Wir haben an den Prüfungstagen auch den Luxus, dass ein paar Lehrer sich extra die Mühe machen und belegte Brötchen schmieren. Auch ist wohl für Kaffee gesorgt. Angesichts der Tatsache, dass wir ein paar dabei haben, die eigentlich immer essen können, stellte sich vor den Ferien die Frage, ob ein Tablett belegte Brötchen ausreicht.

Klar habe ich den Anspruch das jetzt nicht zu versemmeln, jedoch frage ich mich manches Mal, wozu macht man sich diesen Stress? Wenn ich rückblickend auf die Veränderungen schaue, die so ein Schulbesuch mit sich bringt, möchte ich nicht wissen, was ein Studium dann macht. Zumal die Dame bei der Studienberatung etwas geschluckt hat, als ich ihr gesagt habe, ich könnte mir Linguistik und Physik vorstellen. Informatik wäre vielleicht auch nicht schlecht, wenn man an später denkt. Philosophie würde auch zu mir passen, wobei ich glaube, dann wird es noch anstrengender mit mir…

Erstaunlich ist für mich zu sehen, wie die Menschen in meinem Umfeld reagieren, wenn sie mit bekommen, dass ich nun die Prüfungen habe. Es ist alles dabei. Von totaler Begeisterung und Respekt, bis hin zu absoluter Verständnislosigkeit. Zum Beispiel hat eine Mutter mich schief angeschaut und gefragt: „Ist das dein Ernst? Kein reiten? Du weißt, an den anderen Tagen können wir nicht“. Das Pony-reiten habe ich weitest gehend einschränkt. Wer also flexibel ist kann kommen, die restlichen Stunden fallen aus. Oder Nachbarn, die es nicht so ganz einsehen, dass man vielleicht nicht jeden Abend unbedingt Beschallung durch Musik gebrauchen kann.

Wie war das, es ist erst eine wahre Herausforderung, wenn sich einem Hindernisse in den Weg stellen, die es gilt zu überwinden.

In diesem Sinne wünsche ich allen Mitstreitern weiterhin viel Erfolg beim Lernen!

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9 Gedanken zu “Die Zeit rennt

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