Kleine Siege, kleine Rückschläge

Die Woche hat eigentlich gut angefangen. Nach meinem persönlichen Sieg, die 10 km Strecke durch zuhalten, kann ich mich nur über einen leichten Muskelkater in den Oberschenkeln beklagen, der aber am Dienstag sich auch schon wieder verabschiedete.

Heute stand die erste Klausur, nach über einem dreiviertel Jahr, an – Soziologie. Gestern abend bis 23:45 Uhr noch an den Unterlagen gesessen und heute morgen um 5:50 Uhr wieder aufstehen. Erstaunlicherweise war ich recht fit.

Ohne etwas zu essen und lediglich eine Tasse Tee im Magen zu haben, machte ich mich dann gegen 7:30 Uhr auf den Weg zur Schule.

Recht entspannt haben wir zu zweit die Klausur angetreten und uns durch anderthalb Seiten Text und den drei dazu gehörigen Aufgaben gearbeitet. Obwohl ich merke, dass ich mich an viele Dinge erinnern kann, die ich vor drei Jahren in meinem ersten Semester hatte, fällt es mir zunehmend schwerer, diese Informationen, die plötzlich auftauchen, zu verarbeiten.

So kam es, wie es kommen musste, Aufgabe zwei endete mit einem abrupten Gedankengang. Schade, dass ich bei der Korrektur der Klausur nicht dabei sein kann. Mich würde der Gesichtsausdruck interessieren, den mein Lehrer hat, wenn er an die Stelle des plötzlichen Abbruchs kommt.

Den Fokus auf Aufgabe drei gelegt, beschritt ich die letzte Schulstunde (45 Minuten). Nachdem mein Kopf „leer“ geschrieben war, gab ich meine Klausur ab und holte mir von unserer Mathelehrerin (die uns die dritte Stunde beaufsichtigte) meine Matheaufgaben ab. Da ich letzte Woche ja wieder einmal gefehlt hatte, habe ich das aus der Stunde nach gearbeitet und ihr per e-mail zu kommen lassen. Ich merkte schon, dass mein Kreislauf sich meldete und bin erst einmal raus, an die frische Luft. Essen ging immer noch nicht. Jetzt war der Magen wie zugeschnürt.

Im Matheunterricht bekam ich dann die Quittung. Das Thema mit dem Taschenrechner, den ich mir nun wohl oder übel anschaffen muss (kostet nur mal eben mit Porto 120,-€), regte mich so sehr auf (innerlich), dass es äußerlich leider sichtbar wurde.

Es ist ein blödes Gefühl, wenn man seinen Körper nicht mehr kontrollieren kann. Die Tatsache in Soziologie keine richtigen Sätze zustande bekommen zu haben, dann das man für eine Klausur überlegen muss, nehme ich jetzt z. B. die Entwässerungstabletten oder nicht,kam alles hoch. Zu allem Überfluss meldete sich mein Brot, welches ich mir runter gezwungen hatte, zurück.

Mit dem Gedanken, dass ich das den Klassenkameraden ersparen wollte, steuerte ich die Toiletten an. Die Lehrerin dachte wohl, ich würde die Klasse wegen dem Thema mit dem Taschenrechner verlassen und ist (glaube ich) auch hinter mir her. Besorgt hat sie nach dem Unterricht auch gefragt, wie es mir ginge. Was soll man da antworten? Klar kann man sagen, dass es Wahnsinn ist was ich da vorhabe, aber was ist die Alternative? Irgendwas muss ich tun, dafür ist der Kopf und der Körper dann doch zu fit, auch wenn beides nicht immer im Einklang miteinander ist.

Es ist schon ein blödes Gefühl, wenn man mit einem scheckigen Gesicht zurück in die Klasse muss. Bei mir ist das Phänomen dann nämlich, dass mir während des Brechens die Tränen runter laufen. Zum Glück sind heute keine Äderchen geplatzt. Trotzdem war neben der merkwürdigen Farbgebung das Gesicht recht geschwollen. Das sind so Momente, wo man sich fragt „Warum verkrieche ich mich nicht einfach zu Hause?“

Was ich sehr nett finde, zwei aus der Klasse wollen mir ihren Taschenrechner leihen und haben mir auch heute erklärt, wie er funktioniert. Ich werde mir einen anschaffen, auch wenn ich es für eine unsinnige Anschaffung halte. Jedoch geht es nicht, dass ich dann einen Taschenrechner habe, aber die andere Person (auch wenn diese Mathe nicht mit ins Abitur nimmt) im Unterricht dann nicht mitmachen kann, mangels Taschenrechner.

Wie war das, „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“?

In diesem Sinne allen einen schönen Tag, egal welchen Kampf ihr austragen müsst, denkt immer dran, es könnte schlimmer sein.

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