Asthma nimmt nun Platz 9 ein

Gerade komme ich von der Apotheke und überlege, ob ich mir doch langsam einen größeren Rucksack zu legen sollte, damit meine Medikamente einen dauerhaften Platz in meiner Nähe haben.

Als ich vorhin zu dem Apotheker meinte, dass ich bald eine Apotheke zu Hause habe, schmunzelte er und meinte: „Hm, dass schaffen sie nicht. So eine Sortiment in ihrer Wohnung zu erstellen, dass glaube ich nicht.“

Ich kenne den Herrn schon lange und er hat die ganzen Jahre, die Medikamente mitbekommen, die ich einnehmen muss/musste und sich seinen Teil gedacht. Ich fand das sehr nett, dass er mich aufmuntern wollte.

Heute morgen hatte ich meinen Termin beim Pulmologen. Obwohl mein Hausarzt nicht ganz glaubte, dass es Asthma ist, habe ich nun die Bestätigung, es ist ASTHMA.

Vor zwei Jahren habe ich dieses ganze Prozedere schon einmal mit gemacht. In der Praxis wo ich damals war, da hatte ich den Eindruck, nur weil ich in dem ersten Durchlauf in der Kabine nicht gleich Luftnot bekommen habe, dass ich den Stempel „kein Asthma“ drauf bekam. Auf noch mehr Details möchte ich jetzt gerade nicht drauf eingehen.

Nachdem ich also heute diese erste Kabinensitzung hatte, wo mir eine nette ältere Arzthelferin in einem schon strengeren Ton, aber trotzdem aufmunternd sagte, was ich zu tun habe, bekam ich schon die ersten Schluckbeschwerden und ein Kratzen im Hals. Danach ein anderes Gerät, Wartzimmer, dann eine Salbe aufs Ohr, Wartezimmer danach Blut am Ohr abzapfen.

Nach weiteren zehn Minuten geht es das erste Mal zum Arzt. Obwohl ich erst den Eindruck hatte, dass er mich nicht für voll nimmt, weil er kein einziges Mal Augenkontakt aufnahm, hörte er sehr genau zu und notierte sich jede Einzelheit meiner Schilderung. Mit dem Satz „Sie bekommen jetzt Blut abgenommen und dann gehen sie noch einmal etwas atmen“, wurde ich mit einer anderen Arzthelferin mit geschickt.

„Dann schauen wir mal, wie ihre Venen sind“. Diesen Satz versuche ich mittlerweile mit einem netten lächeln zu kommentieren, weil ich ihn langsam einfach nicht mehr hören kann und vermeiden will, dass die Damen meinen Unmut abbekommen, denn die können ja am wenigsten dafür.

Wieder bei der netten älteren Arzthelferin angekommen, musste ich etwas einatmen. „Wenn sie ein Druckgefühl in der Lunge merken, aufhören und mir bescheid sagen.“ Hm, ich halte mich bei autoritären Personen an die Anweisung. Ein Druckgefühl in der Brust war es nicht, dafür Schwindel und das Gefühl mich übergeben zu müssen. „Warum sagen sie denn nichts! Hm, vielleicht haben sie zu schnell inhaliert:“ Im stillen dachte ich mir, so oft mache ich das ja nun auch nicht…

Als ich aber plötzlich kaum Luft bekam und husten musste, ging es wieder in Kammer, Nasenklemme drauf und dieses Gummiteil in den Mund, dann unter Anleitung atmen. Mir lief der Schweiß die Stirn runter, die Hände zitterten und ich hatte das Gefühl einfach nur schlafen zu wollen.

Nachdem sie ihre Messung fertig hatte, bekam ich (natürlich unter der strengen Anleitung von der Arzthelferin) ein Asthmaspray.

„Oh ja, wie im Lehrbuch!“ Ich überlegte wo ich diesen Satz in Verbindung mit einem Arzt schon einmal gehört hatte – Kardiologe und die Sache mit meinem Herzen.

„Ja, sie haben ganz klassisch, wie im Lehrbuch, Asthma! Sie bekommen jetzt Medikamente und in vier Wochen sehen wir uns zum röntgen der Lunge wieder, außerdem haben wir dann auch die Blutergebnisse.“

Eine dritte Arzthelferin hat mir dann genau beschrieben, wie ich mein Spray jetzt nehmen muss, zudem erklärte sie mir noch zwei weitere Sachen und was ich in dieses kleine „Tagebuch“ eintragen soll, bezüglich der Messwerte. Zudem bekam ich noch Infomaterial, was Asthma ist.

Vor dem Spray pusten und nach dem Spray. Dies dann eintragen und beim nächsten Mal vorlegen. Als der Arzt mir noch ein drittes Medikament aufschreiben wollte, hatte ich ihm noch gesagt, dass ich eine beginnende Leberzirrhose habe (hatte das ja mal wieder vergessen zu erwähnen). Das dritte Medikament wurde dann erst einmal wieder gestrichen. Ist dann schon ein merkwürdiges Gefühl. Zum einen geht mir durch den Kopf „wird einem vielleicht doch zu viel verschrieben?“ und „oder verpasst man jetzt evtl. etwas, damit man schneller fit wird?“

Alles in allem bin ich froh. Nun kann mir kein Arzt mehr sagen, dass ich einen an der Waffel habe und diese Probleme von der Psyche kommen. Klar war ich auf dem Rückweg nachdenklich und habe mich gefragt, was noch alles kommt. Jedoch habe ich dies verworfen, denn es bringt nix sich über etwas Gedanken zu machen, was einen vielleicht im hier und jetzt ausbremst.

Fakt ist, Asthma nimmt nun den 9. Platz in meiner Liste der Krankheiten ein – eben mal die Liste ergänzen….

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