Ehrlichkeit

Es ist 7:43 Uhr und ich habe mein erstes Frühstück schon zu mir genommen. Bisher ist noch alles ruhig und friedlich an der besagten Tür-Front. Die Betonung liegt auf noch.

Nachdem vorletzte Nacht der Jüngste um 1:32 Uhr für einen abrupte Schlafunterbrechung gesorgt hatte, so wie um 5:16 Uhr, verlief der Tag gestern recht friedlich. Der Tag begann um 7:38 Uhr, als der Jüngste wegen seines Hustens nicht mehr schlafen konnte und sich mit ins Bett bei uns legte. Kennen Sie das auch, das Kind versucht sich anzukuscheln, weil es eigentlich nur das Ziel hat Sie zum Aufstehen zu bringen, und sich hin und her wälzt oder die Decke mit den Füßen sortiert, bis Sie entnervt aufstehen? Erfolgreich uns zum Aufstehen gebracht, beschloss ich kurzer Hand schwimmen zu gehen. Den kleinen unfreiwilligen Terroristen nahm ich als Handtuchwärmer mit zum Wasser. Ich war überrascht, wie viele Menschen zum Schwimmen ebenfalls da waren.

Es hat einfach etwas, wenn man im Meer schwimmt. Keine Begrenzung von irgendeiner Wand, der freie Blick auf den Horizont. Während ich schwamm, musste ich daran denken, wie weich das Wasser ist. Vielleicht ist meine Wahrnehmung einfach langsam im Eimer…

Meine Freude hielt beim Schwimmen sage und schreibe ganze zwei Minuten. Zu schnell bin ich wieder auf den Boden der Tatsache zurück geholt worden – von meinem Körper. Als wollte er sagen „Spinnst du? Was tust du da? Du hast keine Muskulatur“. Als ich nach meinen fünf Minuten zurück zum Steg kam, war ich so außer Puste, dass der Kleine meinte „Es ist wohl zu kalt.“ Ich habe ihm erklärt, dass das Wasser angenehm warm ist, ich allerdings schon lange nicht mehr geschwommen bin. Mal überlegen, ich vermute dass es jetzt bestimmt zwei Jahre her ist, seit meinem letzten Besuch im Schwimmbad.

Gustav - BananenelchWir waren gestern in dem Elchpark „Rantemala“. Haben sie schon einmal einen Elch aus 30 cm Entfernung gesehen? Ich bis dahin auch nicht. Faszinierend, wie die Nasenlöcher angelegt sind! Die Größe beeindruckte mich in erster Linie nicht, da meine Pferde eigentlich nie unter einer Rückenhöhe von 1,70 m waren (das Größte hatte ein Stockmaß von 1,84 m). Nachdem die Kinder und wir Erwachsenen Polarbrot füttern durften, standen wir da und schauten den Tieren beim Fressen zu. Nach einer Weile waren in dem Teich ca. drei Elche drin, die sich abkühlten und planschten. Nur der Elch Gustav zog es vor, lediglich seine Vorderbeine in dem Tränkbecken abzukühlen.

Bilder vom Elchpark Rantemala

Alles in allem war es ein schöner Tag, trotz meiner Müdigkeit, die mich Vormittags beim Kanufahren plötzlich überraschte und auch nach einem Mittagsschlaf nicht ging. Der Besuch im Elchpark hatte mich ziemlich geschafft. Als ich gestern Abend auf der Bank am Strand saß überlegte ich auch, ob es wirklich der Leberschaden ist, der die Müdigkeit verursacht oder die Medikamente, so wie die fehlende Muskulatur.

Es ist nett, wenn man Bilder sieht, wo man sich selbst als Walross (tut mir leid, dass ich an dieser Stelle ein schönes Tier für solch einen Vergleich heran ziehe) empfindet. Dazu kommt dann der Freund, der meint „Du warst auch schon mal schlanker“.

Gerade für seine Ehrlichkeit was das angeht, bin ich ihm dankbar. Könnten Sie behaupten, dass jemand Ihren Gedanken so zustimmt? Eigentlich wissen wir es ja selbst, dass wir schlecht aussehen, oder einfach nur wirklich aufgequollen sind. Viele möchten in diesen Momenten ein „Nein, du bist nicht dick!“ oder „Du siehst heute nicht so blass aus“, „Nein, deine Pickel und Hautflecken sind nicht schlimm“ hören, ich nicht.

Die ehrliche Meinung tut weh, aber sie gibt mir das Gefühl, dass ich noch für „voll“ genommen werde.

Heute Abend kommt ein Freund (wir nennen ihn einmal Garfield) noch mit hier ins Haus. Ich glaube, Kasper und Garfield waren überrascht, als ich vorgeschlagen habe, er solle doch auch mit kommen. Die Beiden sind mit den Kindern die letzten Jahre zusammen hier hoch gefahren und ich hatte den Eindruck, dass Garfield nun nicht mit kommen wollte, um uns nicht zu stören. Ich freue mich auf heute Abend, wenn dann noch Verstärkung an der Front hinzukommt. Ich hege zwar nur geringe Hoffnung dass die Fragen „Was machst du da? Warum tust du das? Weshalb?“ weniger werden, aber vielleicht verteilt es sich etwas besser.

In diesem Sinne, einen schönen Tag!

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